Wer die Wahl hat……. --> ….muss entscheiden !

Eine Kurzbetrachtung zur Bekämpfung der Varroa

Liebe Imkerfreunde!

Wir alle kennen das Dilemma auf diesem Gebiet. Treu deutsch bedarf alles der Zulassung was man auch nur irgendwie gesetzlichen Bestimmungen unterwerfen kann. So müssen auch wir teilweise darunter leiden, denn wir dürfen eigentlich nur zugelassene Varroazide einsetzen, bei denen manchmal auch noch das Anwendungsverfahren vorgeschrieben ist.
Die Institute und die dort tätigen Wissenschaftler favorisieren einhellig die Anwendung organischer Säuren. Man bemüht sich Applikationsverfahren zu entwickeln, die zur Dezimierung der Varroen beitragen können. Aber bisher hat man sich meines Wissens noch nicht damit beschäftigt,welche Auswirkungen die angewendeten Säurekonzentrationen auf den Bien und die Bienen haben.
In benachbarten EU-Ländern werden Mittel angewandt, welche den Bienen einen zeitweiligen Aufenthalt in der „Gaskammer“ ersparen. Ein jeder von uns weiß, dass Säuren Verätzungen hervorrufen können. Der Arbeitsschutz fordert eine hochwirksame Atemschutzmaske, um uns gegen Dämpfe der Ameisensäure zu schützen.
Und welche Masken haben unsere Bienen? Sie müssen aushalten oder fliehen. Sie können ihre Weisel behalten oder bei plötzlichem Anstieg der Außentemperatur auf über 25°C auch verlieren. Wir, die ca 800 000 mal schwerer sind, sollen uns schützen. Doch wie wir unsere Bienen gegen Säureattacken schützen können haben uns die Bieneninstitute noch nicht gesagt. Dass nach einer Behandlung mit Ameisensäure Schäden durch Verätzung auftreten ist zweifelsfrei.
Es gibt jedoch auch noch andere Möglichkeiten, die der Magazinimker nutzen kann.

" Dany´s Bienen Wohl" ein Bienenpflegemittel

Zugegeben, bis ich es kennen gelernt habe, war Ameisensäure im APIDEA – Applikator auch für mich die einzige Möglichkeit. Da man die Verdunstungsfläche optimieren kann, konnte ich erreichen, dass die Bienen nach kurzem Aufbrausen ruhig blieben. Bei jeder Behandlung kam ein schlechtes Gewissen auf. Ich quälte meine Bienen um sie zu erhalten.
Seit nunmehr 7 Jahren wird "Bienenwohl" in meinen Völkern erfolgreich eingesetzt.
Um möglichst viele Milben aus dem Volk zu entfernen, wird die "Blockbehandlung" durchgeführt.
Es erfolgen in einem Block 3 Behandlungen im Abstand von 5 bis 6 Tagen. Dabei werden mit dem Dosierset (Perizinset ergänzt um Schwanenhals) 8-10 ml in die Wabengassen des Dadantbrutraumes geträufelt.
Um ständig ein möglichst geringes Niveau an Milben zu haben, werden im Jahr 4-5 Behandlungen durchgeführt. Zu folgenden Terminen:
  1. Im März /April je nach Witterungsverlauf beim Einengen bzw. vor dem Aufsetzen der Honig- räume.
  2. In der 1. Juniwoche ,nach der ersten Schleuderung.
  3. Ende Juli, Anfang August nach Beendigung der Tracht.
  4. Im September.
Ergibt die Befallskontrolle den Hinweis der Notwendigkeit einer nochmaligen Behandlung, so wird diese im Oktober / November als Einzelbehandlung durchgeführt. Die Temperatur sollte an diesen Tagen möglichst über 10°C.liegen.
Die nunmehr 7-jährige Überwinterung, bei der keine Verluste durch Varroen zu verzeichnen waren, ist ein Beweis, dass wir unseren Bienen Säureattacken ersparen können.
Im Vortrag 2000 bei Melifera e. V. sagte Dr.Ritter: "Wir wissen leider bis heute noch nicht, was wir mit den Säuren in unseren Bienenvölkern anrichten!" So ist es bis heute geblieben.
Aus meiner Sicht ist es bei der Anwendung von Bienenwohl auch nicht mehr notwendig, dieser Frage nachzugehen, wenn wir auf den Einsatz von Säuren verzichten.

Liebe Magazinimker,
wir haben die Möglichkeit zu träufeln, der Hinterbehandlungsimker leider nicht.

Nutzen wir unseren Vorteil zum Wohle unserer Bienen .

Wolfgang Mund ( 2006 )