Meine Erfahrungen auf der Belegstelle Lautenthal unter Verwendung verschiedener Begattungskästen.

Seit 2001 beschicken wir die Belegstelle Lautenthal mit inzwischen über 100 Königinnen jährlich. Die ersten Weiseln in 2001 stellten die Standbegattungen derart in den Schatten, so dass ich heute in allen Völkern mit belegstellenbegatteten Königinnen arbeite. Oft stellt man bei Vergleichen mit der Buckfastbiene fest, dass selbige keine nennenswerten Vorteile habe, selten gibt man dabei zu, dass diese Königinnen standbegattet wurden und damit bereits zu 50v.H. die Eigenschaften der Landbiene besitzen. Auch wir glaubten, dass der Zukauf einer guten Königin und in der F1 standbegattete Wirtschaftsvölker ausreichen. Die Erfolgsquote lag bei 10v.H., weil zuviel Drohnen von schlechten Völkern zur Wirkung gelangten. Ertragsstarke und fleißige Bienenvölker haben relativ wenige Drohnen im Vergleich zu schwarmaktiven, leistungsschwachen Völkern. Eine Selektion ausschließlich auf die Muttervölker zu konzentrieren dürfte wenig Erfolg haben! Die in Lautenthal gepaarten Königinnen bauen leistungsstarke und sanftmütige Völker auf. In den 5 Jahren Lautenthal konnte ich mein Bienenmaterial deutlich verbessern und freue mich heute über vitale und sanftmütige Völker, die von der Frühtracht bis zur Heide mit guten und sehr guten Ergebnissen unter den Bedingungen der Varroa durchziehen. Dafür ist eine gute Schwarmträgheit unbedingt erforderlich, denn für eine regelmäßige Schwarmkontrolle habe ich als Nebenerwerbsimker keine Zeit. Aber auch alle anderen Eigenschaften, die Bruder Adam forderte vom geschlossenen Brutnest, der Fruchtbarkeit der Königin, der Langlebigkeit der Biene, dem Putztrieb, dem Sammeleifer usw. finden wir in den Völkern mit Lautenthalköniginnen. Dabei gibt es sicher Unterschiede, die auch von den Müttern abhängen, dennoch werden die genannten Eigenschaften von den Drohnenvölkern auf Lautenthal gut vererbt. Auch ist das Klima auf der Belegstelle sehr gut. Dies gilt für das Wetter, die geographischen Bedingungen und die Atmosphäre. Für letzteres gebührt den Belegstellenbetreuern Walter Brackmann und Wolfgang Salau unser ganz besonderer Dank. Ich wünsche dem Belegstellenleiter Christian Salau auch künftig ein gutes Händchen bei der Auswahl der Drohnenvölker und bescheinige ihm gern, dass die guten Begattungsergebnisse seinem Können und seiner Sorgfalt zugeordnet werden können. Freuen würde ich mich über eine Neubelebung der Belegstellenfeste.
5 Jahre intensive Buckfastzucht sind für mich auch 5 Jahre in denen Erfahrungen gesammelt wurden und da auf Lautenthal alle Arten von Begattungskästen aufgestellt werden können, so sie denn drohnenfrei sind, habe ich Erfahrungen mit dem Miniplus, dem 6 Dadantwaben-Ablegerkasten und dem Kieler Begattungskästchen sammeln können. Sicher wird es immer unterschiedliche Erfahrungen geben. Ich habe bei der Verwendung der genannten Einheiten keine auffälligen Unterschiede im Begattungsergebnis feststellen können, außer das es eventuell im kleineren Mehrwabenkästchen schnellere und bessere Begattungsergebnisse geben kann. Wichtiger erscheint mir der künftige Verwendungszweck der Begattungseinheiten und die Art der Erstellung der selbigen und die bauliche Sicherung der Bildung der Bienenkugel für einen guten Wärmehaushalt.

Der Brutableger:

Die Erstellung der Begattungseinheiten mit Brutwaben bietet den Vorteil, dass die Jungkönigin in einer guten Bienenmischung aufwächst und das Ausziehen der Begattungseinheiten entfällt. Durch die vorhandene Brut ist die Weisel in einem guten Klima zuhause. Nach der Begattung der Jungkönigin entwickeln sich diese Einheiten sehr rasch und gleichmäßig. Vor der Sommersonnenwende erstellte Brutableger im Miniplus oder Ablegerkasten mit zwei Brutwaben und ansitzenden Bienen entwickeln sich bei ausreichendem Futter mit einer guten Königin zu ertragsfähigen Völkern für das nächste Jahr. Die Königin wird in der schlupfreifen Zelle zugesetzt. Der Brutableger kann Tage vor dem Schlupf der Weiselzellen erstellt werden. Allerdings musste ich dieses Jahr feststellen, dass trotz geschlüpfter Jungkönigin nicht die selbige sondern eine auf den Brutwaben gezogene Königin im Kasten war. Möglich das es eine Folge der Qualität der gezogenen Jungweisel ist, aber das Ausbrechen noch vorhandener Weiselzellen vor der Beschickung der Belegstelle ist damit wohl erforderlich. Ein weiterer großer Nachteil ist das Ziehen der Drohnenzellen um die Drohnenfreiheit zu gewähren. Bei größeren Zuchtserien ein enormer Zeitaufwand. Die Drohnenfreiheit der ansitzenden Bienen ist relativ schnell erreicht, indem die abgeklopften Brutwaben vor der Ablegerbildung über ein Absperrgitter gehängt werden. Eine Aufstellung der Begattungseinheiten vor der Belegstellenbelieferung sollte außerhalb des Flugradius der Herkunftsvölker erfolgen und vor dem Schlupf der Jungkönigin nicht im Block, denn die erstgeschlüpften Jungköniginnen ziehen schnell die Bienen aus dem Nachbarableger an. Die Wassergabe bei geschlossenen Einheiten ist ebenso selbstverständlich wie eine ausreichende Belüftung und ein schattiges Plätzchen, besser ist die Aufstellung im Keller.

Der Fegling:

Der drohnenfreie Fegling lässt sich leichter erstellen als der drohnenfreie Brutableger. Die begattete Königin im Fegling ist wohl auch die zugesetzte bis auf außergewöhnliche Ausnahmen. Im Mai und Juni sind in den Honigräumen der Völker einschließlich der Minipluseinheiten genügend Jungbienen für die Feglingsbildung vorhanden und da keine Brut in den Honigraum gegeben wurde sind diese drohnenfrei. Die beim Abklopfen auffliegenden Bienen sind für den künftigen Fegling kein Verlust, denn es sind in der Regel die ältern Bienen und diese bereiten manchmal mehr Ärger als Freude. Ich gebe gern in der Rapstracht die Waben für meine künftigen Begattungseinheiten über das Absperrgitter und habe somit die Futterversorgung meiner Begattungseinheiten mit Honig bei geringem Zeit- und Arbeitsaufwand gesichert. Eine weitere Möglichkeit zur Feglingsbildung ist der Saugling. Man stellt frisch ausgeschleuderte Honigwaben über das Absperrgitter und kann nach wenigen Stunden viele Jungbienen von diesen Waben entnehmen. Imkerfreund Peter Thießel stellt das vorbereitete Begattungskästchen mit schlupfreifer Zelle oder gekästelter Jungkönigin über das Absperrgitter und hat nach einer knappen Stunde in selbigem genügend Jungbienen. Bei unzureichender Bienenfüllung war die junge bzw. werdende Königin nicht attraktiv genug und ist somit wertlos. Eine sehr interessante Methode von unserem Altmeister Kasier. Wichtig ist, dass der Fegling für zwei bis drei Tage mit ausreichendem Futter in kellerhaft kommt. Wasser bekommt er täglich durch die Gage gesprüht. Ist alles richtig ausgeführt und stimmt die Bienenmischung so hat er bereits mit dem Bauen begonnen und kann beruhigt auf die Belegstelle gebracht werden. Diese Begattungseinheiten ziehen selten aus! Die schlupfreife Zelle oder die bereits geschlüpfte Jungkönigin werden direkt beim Füllen der Begattungseinheit zugegeben oder im Ausfresskäfig zugesetzt. Der ruhige Bienensitz und die Bautätigkeit signalisieren die sichere Weiselannahme! Um ein Verbrausen beim Transport zur und von der Belegeinrichtung zu vermeiden, sollte das Begattungskästchen ausreichend belüftet sein und stets über ein leeres Rähmchen verfügen. Bei Leerrähmchen muss beachtet werden, dass nach Ausbau der Rähmchen den Bienen dieser Platz nicht mehr zur Verfügung steht. Man sollte aber auch bedenken, dass erst drei Wochen nach der Begattung der Königin die ersten Jungbienen schlüpfen und bis dahin die Bienenmenge der Begattungseinheit schwindet. Schwache Begattungseinheiten können keine leistungsfähigen Königinnen pflegen, deshalb habe ich mich auch konsequent von den EWK`s getrennt. Die frisch begattete Königin muss in guter warmer Umgebung Zeit zum Einfließen des Spermas haben und die Nachttemperaturen im Juni sind oft nicht üppig.

Vor- und Nachteile verschiedener Begattungskästen :

Apidea und Kieler Begattungskästchen sind sehr gut für den Transport geeignet, weil relativ klein und als Mehrwabenkästchen dennoch ausreichend für eine gute Pflege der Königin und Anlage des Brutnestes. Zur Füllung des Apideakästchens genügt ein 200g Jogurtbecher mit Bienen für die Kieler nehme ich eine gut gefüllte Suppenkelle voll Bienen. Die Königin sollte nach der Verdeckelung der ersten Brut alsbald entnommen und in eine größere Einheit umgesetzt werden. Dies erzeugt in der Hochsaison möglichen Streß wenn Zeit und Platz fehlen. Im August/ September ist eine Einweiselung in die Altvölker möglich. Im Juni/ Juli entweiselte Begattungskästchen können noch einmal verwendet werden, indem man eine schlupfreife Zelle zusetzt, vorhandene Weiselzellen oder nachgezogene Königinnen zuvor entfernt und später noch einmal auf Weiselzellen kontrolliert. Zu volle Kästchen sollten geteilt bzw. geschröpft werden, damit die Kästchen nach dem Schlupf der vorhandenen Brut nicht zu voll werden. Diese Kästchen sollten stets am Flugloch eine Drohnensperre haben, damit keine Fremddrohnen zufliegen.
Minipluskästen haben den großen Vorteil, dass die begattete Königin bis man sie braucht im Kasten beliebig verbleiben kann. Das Miniplus kann zu diesem Zweck beliebig erweitert und bei Bedarf auch überwintert werden. Zur Überwinterung im Miniplus sind drei Zargen erforderlich, besser vier. Diese drei bzw. vier Zargen sollte das Miniplus im August mit Bienen besetzen , oder es wird durch Aufsetzen entweiselter Minipluszargen verstärkt, damit ein ausreichendes Wintervolk entsteht. Zur ausreichenden Futterversorgung sind 1,5 bis 2 Futterzargen oben erforderlich. Als Nachteil empfinde ich das viele Kondenswasser vor allem im Frühjahr. Wir arbeiten seit zwei Jahren sehr erfolgreich mit dem Hochrähmchen. Zwei Hochrähmchen können zu einer Dadantwabe zusammengesteckt werden. Dafür sind zwei Zargen erforderlich von denen man die unterste in der Höhe kürzen kann, aber nicht muss. Es hat sich gezeigt, dass diese Einheiten eine sehr gute Entwicklung haben, was für eine eventuelle Überwinterung oder Völkerbildung sehr wichtig ist. Diese Einheiten eignen sich aber auch zum Umsetzen in eine leere Beute und wenn man sie vor der Sommersonnenwende in ausreichender Stärke erstellt und mit Futter gut versorgt hat, dann werden daraus ertragsfähige Völker für das kommende Jahr. Ich setze diese Einheiten auch gern meinen Heidevölkern im September nach deren Varroabehandlung zu. Als Brutableger gebildet gebe ich ihnen zwei mit bienenbesetzte Brutwaben, zwei Honigfutterwaben und zwei Mittelwände. Als Feglinge sollten sie zur knappen Hälfte der Zarge mit Bienen gefüllt sein. Es ist fantastisch wie gut sich diese Einheiten im Sommer ohne sonderliches Zutun des Imkers entwickeln. Eine Vorselektion der Königin bei gemäßigter Leistungsforderung ist somit gegeben. Mit ihrem Grundmaß von 30x30 cm bereiten sie im Auto beim Verstauen oft Probleme wegen ihrer schlechten Raumauslastung. Der 6-Waben-Ablegerkasten im Mai oder Juni mit zwei Brutwaben und ansitzenden Bienen, zwei Futterwaben und zwei Mittelwänden gebildet ergibt bis zum Herbst ein komplettes Volk. Dafür ist man unter Umständen bereit den schweren Kasten auch zu transportieren. Unsere Ablegerkästen verfügen über einen angepassten Adamfütterer, so dass die Fütterung und Überwinterung kein Problem darstellt. Zum besseren Wärmeschutz werden diese Einheiten im Block auf einer Bank aufgestellt. Unsere Ablegerkästen sind nach dem Vorbild von Imkerfreund Fehrenbach gebaut. Das Flugloch befindet sich in halber Höhe zum Boden (Schutz vor Räuberei), dieser besteht aus Gage und die Seitenwände sind aus 6 mm starkem Sperrholz. Stellt man im Frühjahr zwei dieser Ableger zusammen, so kann über einem Absperrgitter für beide Ableger ein gemeinsamer Honigraum aufgesetzt werden. Mit einem guten Gurt versehen kann man mit diesen Einheiten auch wandern und so verlief der erste Test in der Heide positiv. Zusammenfassend ist festzustellen, dass alle drei Begattungseinheiten in Abhängigkeit vom Verwendungszweck ihre Berechtigung haben. Mit dem Miniplus bzw. dem Ablegerkasten sind überwinterungsfähige Begattungseinheiten im Mai und Juni leicht zu erstellen. Das Apidea bzw. Kieler Begattungskästchen ist für die Beschickung entfernter Belegstellen und für spätere Zuchtserien mit anschließender Einweiselung der Königin in die Altvölker von Vorteil.

Ich hoffe ich konnte mit diesen Zeilen zum Nachdenken und Bessermachen anregen.

Bernd Brix